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Außenwirtschaftspolitik

Freihandel vs. Protektionismus · QII/2

⚖️Freihandel vs. Protektionismus

Freihandel bedeutet den ungehinderten Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen Ländern ohne staatliche Eingriffe. Protektionismus bezeichnet staatliche Maßnahmen zum Schutz der heimischen Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz.
KriteriumFreihandelProtektionismus
GrundprinzipKomparative Kostenvorteile nutzen, SpezialisierungSchutz heimischer Industrien vor Konkurrenz
InstrumenteKeine Zölle, keine Quoten, freier KapitalverkehrZölle, Importquoten, Subventionen, Normen
VorteileGünstigere Preise, mehr Auswahl, Effizienz, WohlstandSchutz von Arbeitsplätzen, strategische Industrien, Versorgungssicherheit
NachteileStrukturwandel, Arbeitsplatzverluste in bestimmten BranchenHöhere Preise, Ineffizienz, Vergeltungsmaßnahmen
VertreterWTO, EU-Binnenmarkt, RicardoTrump (USA), Mercantilismus

🚧Handelshemmnisse

Handelshemmnisse (Trade Barriers) sind staatliche Maßnahmen, die den internationalen Handel einschränken. Sie werden unterschieden in tarifäre (Zölle) und nicht-tarifäre Handelshemmnisse (NTBs).
TypInstrumentBeispielWirkung
TarifärZölle (Import-/Exportzölle)US-Zölle 25% auf EU-Stahl (2025)Importgüter werden teurer → Nachfrage sinkt
Nicht-tarifärImportquotenEU-ZuckerquotenMengenbeschränkung für Importe
Nicht-tarifärSubventionenUS-Inflation Reduction Act (IRA)Heimische Produzenten bevorzugt
Nicht-tarifärTechnische Normen/StandardsUnterschiedliche SicherheitsstandardsMarktbarrieren ohne formale Zölle
Nicht-tarifärAntidumping-MaßnahmenEU-Zölle auf chinesische E-Autos (2024)Schutz vor Unterbietung
Aktuell: US-Zölle 2025 (Trump)
Maßnahme: USA verhängen 25% Zölle auf EU-Waren (Stahl, Aluminium, Autos) ab 2025.
Auswirkung auf DE: Exportrückgang (Autoindustrie besonders betroffen), Vergeltungsmaßnahmen der EU möglich.
Geopolitik: Handelskonflikte als Instrument der Außenpolitik (Wirtschaftsnationalismus).

🇪🇺EU-Handelspolitik

Die EU ist die größte Handelsmacht der Welt und verhandelt Handelsabkommen für alle 27 Mitgliedsstaaten. Die gemeinsame Handelspolitik ist eine ausschließliche EU-Kompetenz (Art. 207 AEUV). Wichtigste Institutionen: WTO (Welthandelsorganisation), EU-Kommission.
Abkommen/InstitutionBeschreibung
WTO (Welthandelsorganisation)Globale Handelsregeln, Streitschlichtung, 164 Mitglieder (seit 1995)
EU-BinnenmarktFreier Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehr (4 Freiheiten)
CETA (EU-Kanada)Umfassendes Freihandelsabkommen, seit 2017 vorläufig in Kraft
TTIP (EU-USA)Geplant, aber 2016 gescheitert (Datenschutz, Standards, Chlorhühnchen)
EU-MercosurAbkommen mit Südamerika (Brasilien, Argentinien etc.), noch nicht ratifiziert
CBAM (Carbon Border Adjustment)CO₂-Grenzausgleich: Importe aus Ländern ohne CO₂-Preis zahlen Abgabe (ab 2026)

🧠Quiz – Wissen testen

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Quiz für dieses Thema wird noch vorbereitet.